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04.03.2010 16:44 — Unternehmensanleihen - die Erfolgsgeschichte geht weiter

Luxemburg (fondsweb) - Unternehmensanleihen erwirtschafteten 2009 sehr gute Renditen. Bei vielen Investment-Grade-Titeln lag sie bei 20 oder sogar 25 %. "In unserer Prognose für 2010 gehen wir allerdings davon aus, dass die Renditen insgesamt deutlich niedriger ausfallen werden. Bei Unternehmensanleihen rechnen wir beispielsweise mit Renditen von vier bis acht Prozent. Trotzdem vermuten wir, dass 2010 ein überdurchschnittliches Jahr für Unternehmensanleihen wird. Der Markt selbst wird dabei von einer Reihe von Faktoren unterstützt", so Jamie Stuttard, Head of European and UK Fixed Income bei Schroders.


Zunächst einmal seien die Bewertungen im Vergleich zu Barmitteln derzeit tatsächlich sehr niedrig. Die Erträge von Unternehmensanleihenfonds würden auf globaler Basis zwischen drei und fünf Prozent und damit immer noch zwischen 300 und 400 Basispunkten über Cash liegen. "Aus diesem Grund gehen die Zuflüsse in die Anlageklasse weiter", heißt es.


Zweitens würden die Credit Spreads - der Teil von Unternehmensanleihen, der für das Kreditausfallrisiko entschädigt - sogar auf dem attraktivsten Stand seit mehreren Jahren stehen, wenn man einmal von den letzten ein bis zwei Jahren absehen würde. "Bei der letzten Hausse im Jahr 2003 lagen die Credit Spreads bei rund 1,3 % gegenüber Staatsanleihen. Heute liegen sie rund 1,6 % darüber. Auch wenn Corporate Bonds sich nicht mehr auf dem außergewöhnlichen Niveau der vergangenen ein bis zwei Jahre bewegen, sind sie immer noch attraktiv", so der Experte.


Die Wirtschaft pendele sich weltweit auf einen langsamen Wachstumskurs ein, was für die Kreditmärkte recht vorteilhaft sei. Denn bei einem zu starken Wachstum würden die Anlagen in Aktien fließen. Außerdem bedeute zu starkes Wachstum eine hohe Zunahme von Kapitalausgaben und Übernahmeaktivitäten bei den Unternehmen. "Ebenso wenig liegt uns an einer Rezession, da sich Rezessionen in der Regel äußerst negativ auf die Credit Spreads auswirken. Wir bevorzugen ein Wachstum von ein bis drei Prozent - exakt das Niveau, auf dem sich die Weltwirtschaft derzeit befindet", erklärt Stuttard.


Und letztlich herrsche auf Geschäftsleitungsebene immer noch Vorsicht bei den Bilanzen, was gute Neuigkeiten für die Investoren in Unternehmensanleihen bedeute. Die Erinnerung an Lehman Brothers, AIG und all jene Probleme der Bankenkrise im Herbst 2008 seien immer noch sehr frisch. Daher sei es unwahrscheinlich, dass die Firmen- und Finanzchefs zu viel Fremdkapital aufnehmen oder wie Ende der 1980er oder 1990er Jahre in einen Kaufrausch verfallen. "Das heißt, dass die guten Bilanzen erhalten bleiben, was wiederum gute Nachrichten für die Bonität von Unternehmensanleihen bedeutet", fügt Stuttard hinzu.


Allerdings seien im Jahresverlauf auch einige Risiken zu bedenken, die Volatilität verursachen könnten. Fondsmanager müssten aktiv handeln, um diese Risiken auszuschalten. Das erste Risiko bestehe in den wachsenden Staatsdefiziten. Laut Schroders gibt es eine Reihe von Ländern auf der ganzen Welt - vor allem in Südeuropa, wie uns das jüngste Beispiel, Griechenland, gezeigt hat, aber auch in Japan, den Vereinigten Staaten und Großbritannien -, deren Regierungen sich immer mehr verschulden. "Es gilt, diese im Auge zu behalten, denn höhere Steuern, verstärkte Regulierung und auch Schwierigkeiten an den Staatsanleihemärkten könnten die Folgen sein - wie derzeit in Griechenland", heißt es weiter.


"Staatsanleihen sind zurzeit relativ hoch bewertet, und das spielt in den Bereich Unternehmensanleihen hinein. Daher müssen wir dieses Risiko unter Einsatz von Bond-Futures aktiv umgehen. Insgesamt gehen wir davon aus, dass die Gesamtrenditen im globalen Markt für Unternehmensanleihen zwischen vier und acht Prozent liegen werden. Das ist zwar nicht so herausragend wie 2009, bedeutet aber immer noch eine sehr gute Rendite in dieser Anlageklasse", betont Stuttard abschließend.


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